Coaching via Skype oder Zoom ist gerade en vogue. Was haben Trainer*innen und Coaches dabei zu beachten? Den Datenschutz.
Der Umgang mit personenbezogenen Daten ist gerade im Gesundheitswesen ein Thema mit sehr hoher Priorität. Wir beleuchten hier für Sie die verschiedenen Kommunikationskanäle aus der Perspektive des Datenschutzes.
Seit dem 1. April 2019 sind Psychotherapeut*innen grundsätzlich berechtigt, eine Einzelbehandlung per Video als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durchzuführen, sogeneannte Telemedizin-Sprechstunden. Die Bundespsychotherapeutenkammer beschreibt hier die Durchführung. Eine Übersicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist hier nachzulesen. Das Angebot Gruppenpsychotherapie online könnte eine alternative Durchführungsform während der Pandemie sein, wie es mittlerweile fast jeder bei einem Online-Treffen mit der Familie oder Freunden kennengelernt hat. Privat können aber andere Dienste genutzt werden – wie Zoom.us, Skype, WhatsApp – als im Gesundheitswesen, in dem schärfere Gesetze und Regeln zum Schutz der persönlichen Daten gelten. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über wichtige Aspekte des Datenschutzes.
Die E-Mail ist heute immer noch eines der wichtigsten Kommunikationsmittel; leider aber auch eines der unsichersten. E-Mails werden in der Regel unverschlüsselt über das Netz übertragen. Darüber hinaus werden sie auch für Malware oder Werbung missbraucht. Ein Grund dafür sind die geringen Kosten der E-Mail für die Nutzer und die Möglichkeit, viele Nachrichten ganz einfach an mehrere Empfänger zu übermitteln.
Zum bildlichen Vergleich hat eine unverschlüsselte E-Mail den Datenschutz einer Postkarte.
Seit Einführung der DSGVO 2018 hat sich auch bei WhatsApp einiges getan. Seitdem schreibt das Unternehmen strengere Richtlinien bei der Nutzung und Verarbeitung von Nutzerdaten und Kontakten vor.
Aber WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern und sammelt weiterhin Daten, um Nutzerprofile zu erstellen und auszuwerten. Alles, was nicht Ende-zu-Ende Verschlüsselt ist, wird an die Server des Betreibers übertragen. Beispielsweise Ihr Standort und personenbezogene Infos wie die Rufnummer oder die Profildaten.
Wichtig zu wissen ist, dass das Cloud-Backup nicht verschlüsselt ist. Wer also die Backup-Funktion von WhatsApp verwendet, legt die Chat-Daten quasi im Klartext bei Google (Android) oder Apple (iOS) ab.
Datenschutz zu Videodiensten
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist eine Verordnung der Europäischen Union, mit der die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten EU-weit vereinheitlicht werden. Dadurch soll der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der EU gesichert werden.Auftragsverarbeitungsvertrag abschließenSie haben sich für einen Hersteller einer Software für Videodienste entschieden. Im Anschluss schließen Sie mit dem Hersteller einen Auftragsverarbeitungsvertrag (nach Artikel 28 DSGVO).Dieser beschreibt die Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten durch den Dienstleister, der sich damit verpflichtet, sich an die DSGVO zu halten. Weiterhin werden die technischen und organisatorischen Maßnahmen erläutert und dass der Schutz der Rechte der Nutzer gewährleistet wird. Sie als Psychotherapeut*in sind in diesem Vertrag der Auftraggeber und sichern sich damit ab, dass sie den Dienstleister auf datenschutzkonformen Umgang mit den Klienten*innen-Daten verpflichtet haben.Meistens erhalten Sie den Vertrag direkt nach einer Registrierung oder dem Vertragsabschluss. Falls der Erhalt nicht erfolgt, sollten Sie Kontakt zum Videodienstleister aufnehmen und einen Auftragsverarbeitungsvertrag anfordern.
Im Sinne der DSGVO sollten Sie nur Dienstleister wählen, die innerhalb der EU gehostet sind und damit den strengen Datenschutzanforderungen in Europa unterliegen.Mehr Infos zum Datenschutz bei der BPtK
Privacy-Shield-Abkommen
Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom Juni 2020 erklärt das Privacy-Shield-Abkommen zwischen der EU und den USA für ungültig. Nutzern von US-Diensten, die auch Daten auf US-Server übertragen, können Abmahnungen drohen. Dieses Urteil bezieht sich auch auf Videokonferenzsysteme.
Sie sollten für die Behandlung keine Tools und Cloud-Software nutzen, deren Rechenzentren/Server in den USA sind oder deren Sitz/Muttergesellschaft ihren Sitz dort haben.
Damit fallen Videoanbieter wie Zoom, Skype, WhatsApp, GoToMeeting oder ähnliche nicht in die Wahlliste der Software-Anbieter für eine Gruppenpsychotherapie
Was ist ein Webhoster (Provider)?
Hinter jeder Webseite steht ein Provider. Dieser stellt Webseiten bereit und übernimmt den Betrieb von Webservern und die Netzwerkanbindung.
Die Provider sollten ISO/IEC 27001:2013 zertifiziert sein. Drei Kernaspekte, die durch diese Norm gewährleistet werden sollen:
- Vertraulichkeit
- Integrität
- Verfügbarkeit
Beispiel: Der deutsche Provider von Gruppenplatz erfüllt die höchsten Datenschutzanforderungen und wird zusätzlich nachhaltig mit erneuerbaren Energien betrieben.
Was sind zertifizierte Videodienstanbieter?
Der Begriff „zertifizierter Anbieter“ kommt Ihnen bestimmt von der Wahl einer Software für die Videosprechstunde bekannt vor. Bei der Durchführung von Videosprechstunden zulasten der GKV dürfen Ärzte und Psychotherapeuten nur zertifizierte Videodienste nutzen.Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) führen selbst keine Zertifizierungen von Videodiensten durch. Die Erfüllung der Anforderungen an Videodienstanbieter und deren Dienste gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä wird von unabhängigen zertifizierenden Stellen geprüft.Derzeit gibt es Zertifizierungen „nur“ für Hersteller, die Peer-to-Peer Verbindungen anbieten. Leider hat diese Verbindungsart für Gruppen einen großen Nachteil, da allerhöchstens 6 Teilnehmer mit einer stabilen Verbindung an einer Gruppe teilnehmen können. Die Voraussetzung für eine stabile Verbindung sollte auch bei allen Teilnehmern vorhanden sein, was aber bei den sehr unterschiedlichen Bandbreiten der Internetverbindung in den verschiedenen Regionen Deutschlands häufig ein Problem darstellt.Viele Videodienst-Anbieter haben Pläne die Gruppen-Funktion zu entwickeln. Uns bekannte Dienste sind WebPrax, Doccura, arztkonsultation.de, medityme.com, sprechstunde.online und weitere.Hier finden Sie die zertifizierten Videosprechstunde-Anbieter.Prinzip der DatensparsamkeitAlle Daten, ob digital oder analog, haben ein gewisses Datenschutzrisiko. Die sichersten Daten sind keine Daten. Da dies aber in der Realität schwer umzusetzen ist, hat man das Prinzip der Datensparsamkeit etabliert, also die Beschränkung der Daten auf das unbedingt Notwendige.Systeme können beispielsweise durch folgende Maßnahmen der Datensparsamkeit sicherer werden:
- Anonyme Benutzerzugänge – keine realen Namen
- Kein Versand einer E-Mail zur Gruppensitzung, sondern Einwahl über einen gesicherten Account. Eine E-Mail, die nicht verschlüsselt ist, ist vergleichbar mit einer Postkarte.
- Nur die notwendigsten personenbezogenen Daten
- Wichtig! Keine Funktion die Behandlung aufzuzeichnen
Wie Sie sicher mit Klient*innen einer Gruppe kommunizieren, finden Sie hier in diesem Beitrag.
Welche Verbindungsarten gibt es? Siehe hier diesen Beitrag.
Mit Material von https://gruppenplatz.de/info/gruppe_online (auch Bildquelle) und https://gruppenplatz.de/info/datenschutz/kommunikation.
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